Ultner Urlärchen - Zeugen erster menschlicher Besiedelung
Bei Sankt Gertraud im Ultental gute 30 Kilometer von Meran entfernt steht eines der ältesten Naturdenkmäler Südtirols: Die Ultner Ur-Lärchen, welche mit einem Alter von wohl über 2000 Jahren auch als die ältesten Nadelbäume Europas gelten. Um diese Zahl zu verdeutlichen: Die Ultner Ur-Lärchen haben mit dem Römischen Imperium und dem Heiligen Römischen Reich deutscher Nation zwei große Kaiserreiche weit überlebt. Gleichzeitig sind sie stumme Zeugen der ersten menschlichen Besiedlungstätigkeit im hinteren Ultental, wachsen sie doch am Rande eines Bannwaldes, der die so genannten Außerlahnhöfe vor Lawinen schützen soll.
Dass die Bäume seit damals im doppelten Sinne viel „mitgemacht“ haben, das wird schon allein bei ihrem Anblick klar: Von Wind und Wetter gezeichnet, ragen die drei Lärchen mit ihren bis zu acht Meter dicken Stämmen auf 1430 Metern Meereshöhe bis zu 35 Meter hoch in den Himmel. Es könnten sogar noch mehr sein, hätten nicht Blitzeinschläge ihre sichtbaren Spuren in den Wipfeln hinterlassen. Auf das Konto äußerlicher Widrigkeiten geht auch der Verlust einer vierten Lärche, welche im Jahr 1930 umstürzte. Immerhin hatte man so allerdings die Möglichkeit, die Anzahl der Jahresringe und damit indirekt das ungefähre Alter des Nadelbaums zu überprüfen: es waren über 2000.