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Wer in Meran und Umgebung Schlösser besichtigen will, hat die Qual der Wahl: Neben Schloss Tirol, in dem auch das Landesmuseum für Geschichte untergebracht ist, gibt es noch zahlreiche weitere Bauten, in denen man auf historischen Pfaden wandeln kann. Meist fällt dabei die Geschichte der Schlösser mit der persönlichen Biographie von Adligen zusammen, die sich zumindest ein Feriendomizil in Meran und Umgebung leisteten. Im Falle von Schloss Schenna war es sogar eine längere Beziehung.
Schloss Schenna
Das im Jahr 1330 von Petermann von Schenna erbaute Schloss wurde 1844 von dem Habsburger Erzherzog Johann erworben. Auch wenn die Burg bereits im 14. Jahrhundert einmal wegen der verbissenen (aber letztlich erfolglosen) Belagerung durch den Landesfürsten „Friedrich mit der leeren Tasche“ im Blickpunkt der Öffentlichkeit stand, so schlug die Angelegenheit um Erzherzog Johann fast noch mehr Wellen: Die Liaison des Habsburger Adeligen mit einer einfachen Postmeisterstochter sorgte in der damaligen Wiener Gesellschaft für einigen Wirbel, wurde aber schließlich in mehr oder weniger einheitlichem Einvernehmen gelöst. Zwar musste Erzherzog Johann – welcher im übrigen bis heute sehr beliebt ist – auf seine dynastischen Rechte verzichten, doch die Nachkommen, die aus der Ehe mit seiner inzwischen geadelten „bürgerlichen“ Braut hervorgingen, durften den Titel „Graf von Meran“ tragen. Zeugnis von Johanns Zeit in Schloss Schenna legt insbesondere die prunkvolle Innenausstattung der Burg ab: prächtige Kassettendecken, reich verzierte Täfelungen sowie eine umfangreiche Gemäldesammlung begeistern nicht nur Fans von historischer Innenarchitektur. Und auch die etwas kriegerischeren „Künste“ kommen nicht zu kurz: Schließlich ist auch eine Waffensammlung mit dazugehöriger Folterkammer zu besichtigen. | Die Burgendörfer Tisens-Prissian
Die wahrscheinlich höchste Konzentration von Burgen und Schlössern in Meran und Umgebung findet man allerdings in zwei Dörfern unweit von Meran: In der Tat tragen die beiden Dörfer Tisens und Prissian nicht zu Unrecht den Beinamen „Burgendörfer“. Hier verbrachten zahlreiche Adelige ihre Sommerfrische - und ein Stückchen „edles Flair“ kann der Besucher noch heute in einigen der historischen Gebäude erleben. Zwar befindet sich die doppeltürmige Burgenanlage Leonburg heute in Privatbesitz und ist deshalb nicht öffentlich zugänglich, aber der Großteil der sieben Burgen in Tisens-Prissian ist zumindest teilweise zu bewundern: Schloss Katzenzungen öffnet seine Pforten für Ausstellungen und Sitzungen, in der Fahlburg befindet sich heute ein Café und die historische Wehrburg beherbergt gar ein Hotel…Und selbst wenn man nur von außen einmal den Spuren der Edelherren und -damen folgen will – auch eine Burgenwanderung in diesen beiden malerischen Dörfern, vielleicht zur Zeit der Apfelblüte, hat ihren ganz eigenen Reiz. |
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