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Unser nächster kultureller Besuch gilt Kloster Neustift. Der hervorstechende Rundbau der Engelsburg vor der Stiftsanlage geht auf das Jahr 1200 zurück. Eigentlich handelt es sich bei diesem Bauwerk um die Michaelskapelle, hat den Namen Engelsburg aber im Laufe der Zeit wegen der Ähnlichkeit mit dem gleichnamigen Vorbild in Rom erhalten. Als Rundkapelle sollte sie aber die Heiliggrabkirche von Jerusalem imitieren.
Beim Eintritt in den Klostergarten fällt zuerst einmal der Wunderbrunnen auf, der neben den sieben Weltwundern als achtes gleichrangiges Wunder etwas frivol, geschichtlich gesehen aber nicht völlig zu Unrecht Kloster Neustift darstellt. Gegründet wurde das Stift im Jahre 1142, und just seit diesem Jahr leben hier die Augustiner Chorherren. Neustift muss besucht werden. Man muss sich Zeit nehmen, sich von den Tafelbildern der Pinakothek, den vielen tausend erhaltenen Schriftstücken und Büchern der Bibliothek inspirieren zu lassen. Mit Recht meinte einmal ein Historiker, dass eine derartige Bibliothek mit Vorsicht zu genießen sei: Diese Bibliothek ist gefährlich. Ich muss sie entweder ganz und gar meiden, oder mich für Jahre einschließen.
Mehrmals im Kloster Neustift begegnet man den Namen der weit über die Grenzen unseres Landes hinaus bekannten Künstler Michael und Friedrich Pacher (Pinakothek, Sakristei und Kreuzgang).
Mit Neustift wird auch der Name Oswalds von Wolkenstein, des letzten großen Minnedichters deutscher Zunge in Verbindung gebracht. An nicht genau definierter Stelle wurde der Leichnam dieses großen Dichters beigesetzt. |
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