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Ende der 80er Jahre die erste grosse Sensation, die Entdeckung der Conturineshöhle und der fossilen Reste eines Höhlenbären. Heute die nicht weniger sensationelle Erkenntnis: die fossilen Schädel, Zähne und Knochen, die am Höhlenboden herumgelegen waren, stammen gar nicht vom eigentlichen Höhlenbären. Die Ähnlichkeiten zum klassischen Höhlenbären, von den Fachleuten Ursus spelaeus genannt, beruhen vorwiegend auf sogenannten Parallel-Evolutionen.
Eine genaue Analyse der Funde, die bei den beiden Grabungskampagnen der Jahre 1988-1991 und 1996-1998 geborgen wurden, erbrachte diese überraschenden Ergebnisse. Die meisten Merkmale der Backen-, aber auch der Schneidezähne entsprechen in ihrem Entwicklungsstand (wir sprechen auch vom Evolutionsniveau) einem Höhlenbären, der etwa in der Zeit zwischen 60.000 und 30.000 Jahren vor Christus in den hochalpinen Höhlen der Nördlichen Kalkalpen (Dachstein und Totes Gebirge) gelebt hat. Nach den bisherigen Ergebnissen stammen die Conturinesbären direkt von den Deningerbären des mittleren Eiszeitalters ab. Sie haben ihre Backenzähne parallel zum Höhlenbären weiterentwickelt, indem zusätzliche Höcker und Schneidekanten entwickelt wurden, in Anzahl der Vormahlzähne sind sie jedoch primitiv geblieben. Als spezielle Anpassung an das Leben im Hochgebirge wird die Verplumpung der inneren Finger und Zehen angesehen. Die vergleichsweise geringen Dimensionen müssen nicht als hochalpine Anpassung gedeutet werden, sondern können auch als tradiertes Primitivmerkmal des Deningerbären angesehen werden. Die Bären der Conturineshöhle sind daher entweder als eine neue Unterart des Deningerbären einzustufen oder besser als neue Art, die zur selben Zeit wie der Höhlenbär lebte. |
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